
Das Verhindern von Verformungen: Eine bessere Methode zur Bearbeitung von Automobilinterieurs
Haben Sie schon einmal versucht, eine Teilkomponente aus dem Formwerkzeug herauszunehmen – nur um zu sehen, wie sie sich langsam verformt oder direkt wieder in ihre ursprüngliche Position zurückkehrt? Das ist frustrierend. Man hat zwar die Arbeit gemacht, doch die Komponente bleibt einfach nicht in der gewünschten Position.
Das Problem liegt meist in den inneren Spannungen. Wenn man eine Komponente gleichmäßig erhitzt, behandelt man das gesamte Teil gleich – doch das Plastik nicht. Dadurch bleiben die kleinen, störenden Spannungspunkte unberücksichtigt. Sobald die Komponente das Formwerkzeug verlässt, kehrt sie in ihre ursprüngliche Position zurück – und nicht dorthin, wo man sie haben möchte.
Der Trick mit der zonalen Infrarotbehandlung
Anstelle dazu, die gesamte Komponente mit einer großen Wärmequelle zu beheizen, nutzen wir eine zonale Infrarotbehandlung. Stellen Sie sich das so vor: Man teilt das Heizsystem in separate Zonen auf. So kann man die Energie für die dicken Bereiche erhöhen, während für die dünnen Kanten nur wenig Energie benötigt wird. Dadurch erreicht das Plastik seine Glasübergangs Temperatur, ohne dass die Oberfläche beschädigt wird. Dadurch kann man die Geometrie der Komponente „einfrieren“. Wenn die thermischen Ungleichgewichte beseitigt sind, hören die Verformungen auf.
Umsetzung in der Praxis
Um das zu erreichen, darf man keine langsamen Geräte verwenden. Man benötigt einen Controller, der schnell reagiert, sowie Sensoren, die in Echtzeit reagieren. Wir verwenden in der Regel Kurzwell-Infrarotlampen – schließlich dringen diese tief in das Polymer ein, anstatt nur die Oberfläche zu erhitzen. Man muss zunächst die Form der Komponente bestimmen und entscheiden, wie viel Energie jede Zone benötigt. Bei komplexen Armaturenbrettteilen könnte der Mittelbereich beispielsweise 30 Prozent mehr Energie benötigen als die Ränder.
Achtung: Diese Hochleistungsheizelemente werden sehr heiß – wirklich sehr heiß. Wenn die Kühlventilatoren und -öffnungen nicht ausreichen, können die Schutzschaltungen ausgelöst werden – und damit ist die ganze Anlage nutzlos.
Keine Vermutungen mehr nötig
Der beste Teil dabei: Man muss nicht mehr gegen das Material kämpfen. Anstatt zu hoffen, dass die Komponente ihre Form behält, hat man nun die Kontrolle. Die Toleranzen bleiben eng, die Menge an Abfällen nimmt ab – und man muss nicht mehr Stunden damit verbringen, verformte Teile manuell zu bearbeiten.